Samstag, 5. Februar 2011

Der große Plan

Da gibt es einen Talunatribe, wahlweise auch Panther, ist für die Geschichte erstmal egal, denen geht es nicht gut. Sagen wir mal es herrscht eine Hungersnot. Meinetwegen weil das Gebiet überjagt wurde, weil es eine Umweltkatastrophe gab oder die Jägerinnen plötzlich alle das Schielen angefangen haben, wie Heidi das Opossum. Was macht so ein Tribe? Man hockt sich hin und schmiedet einen Plan, am besten natürlich einen guten, einen der auch funktioniert. Wie wäre es denn mit diesen hier?

Man schickt eine der Talunas mit einen Bündel Holz in die Stadt um es als Feuerholz zu verkaufen. In diesen Bündel sind die Bögen der anderen Waldweiberweiber versteckt. Der Rest des Tribes infiltriert als freie Frauen verkleidet so nach und nach die Stadt und geht bei der Holzverkäuferin vorbei und zieht ihren Bogen aus dem Bündel. Dann werden die Mauern besetzt und alles was an Bürgern draußen rumläuft wird nieder geschossen. In der Zwischenzeit liegen auch schon die Ersten gefesselt am Boden. Ein paar der Waldweiber versuchen natürlich auch noch die letzten Einwohner zum Beispiel aus der Herberge zu locken, damit die anderen des Tribes sie ebenfalls niederschießen können.

So weit so gut. Sie haben auf geschickte Weise die Stadtgesetze ausgehebelt, nach denen niemand die Stadt betreten darf der einen Bogen offen trägt. Respekt, das war wirklich das erste Mal seit dem ich auf Gor bin wo man das plausibel gespielt hatte. Das Dumme ist nur, plausibel ist das, zumindest für mich, nur unter den Gesichtspunkten des SL-Gor. Wo die Waldweiber zahlenmäßig jeder Stadtwache überlegen sind. Nimmt man jetzt aber die Bücher zur Hand, und ich bin sicher kein absoluter btb-Fetischist, dann hat nach meinem Verständnis so ein Tribe vielleicht ein Dutzend Mitglieder. Gut es gab da die eine Ausnahme aber eben eine Ausnahme nicht die Regel. Ein Stadtwache, zumal einer Handelsstadt von gewisser Bedeutung wird immer mehr Wachen haben als es in SL-Gor darstellbar ist. Und die stehen dann nicht nur am Tor sondern laufen auch auf den Mauern auf und ab, patrouillieren in den Straßen etc und sollten jeden Tribe überlegen sein. Da ist man mit einen Dutzend Waldweibern ganz schnell in einer misslichen Lage wenn man eine ganze Stadt plündern und am besten alle Einwohner noch versklaven will.

Mir stellt sich eigentlich nur die Frage: Wieso muss es immer die ganz große Nummer sein? Warum nicht mal etwas kleiner anfangen. Wenn also ein Überfall an sich ziemlich unrealistisch ist, warum es dann nicht mal mit einen Diebstahl versuchen? Die Gelegenheit gestern war günstig gewesen. Einen Tag zuvor war Markt gewesen, die Einwohner hatten ihre Vorräte aufgefüllt, es gab also genug zu holen. Und selbst wenn nicht, in der Herberge findet sich immer was. In der Schmiede kann man sich Pfeilspitzen holen oder andere Dinge die im Wald von Nutzen sein können.

Auch das kann spannendes RP sein! Klar ist es nicht das große Combat aber gutes RP kann das allemal werden. Wenn ich von mir ausgehe, lasse ich mich auf sowas auch ein und so wie mein Gegenüber sein Verhalten emotet so reagier ich dann auch drauf. Wenn man aus dem Emote herausliest das er/sie nicht erwischt werden will, dann lass ich auch die 98 prozentige Chance dazu und wenn ein Fehler emotet wird kann es auch sein, muss es aber nicht, das ich den ausnutze. Probiert es einfach mal und denkt dran, so wie ihr es als unrealistisch empfindet wie schnell immer euer Lager bei einer Strafexpedition gefunden wird, für genauso halten wir Städter einen Talunaüberfall auf eine Stadt für unrealistisch.

GR

Kommentare:

  1. Vorweg: bei dem RP war ich nicht dabei, ich setze es aber mit einer Diskussion in GaD in Verbindung.

    Ich muss da aber mal als Advocatus Diaboli schon wirklich dick und fett sagen: da machen sich also einige Leute wirklich mal richtig Mühe und spielen jenseits des üblichen 08/15, um die gefühlten Hundertschaften der Kasraer RP-Stadtwachen wirklich regelgerecht zu umgehen und was kommt dabei heraus?

    Lässt man sich auf das Rollenspiel ein und honoriert man damit deren Einfallsreichtum? Nein, man ruft einfach die äußerst bequemen sowie in Kasra ja ständig allzeit bereiten und fehlerlosen sowie zahlenmäßig fast immer überlegenen Stadtwachen und macht damit diese Idee zunichte.

    Wenn man schon sagt, Gor soll Gor sein und nicht SL-Gor, dann wird das damit geöffnete Fass nämlich endlos, denn dann muss auch mal die Frage erlaubt sein, welchen Sinn es für Kasra macht eine Vasallenstadt in Aventicum zu haben, die schätzungsweise gut und gerne mindestens 3000 km weit weg ist. Das es natürlich auf Gor auch eines gravierenden Grundes bedürfte, wieso die sich überhaupt soweit nach Kasra trauen, steht auch außer Frage.

    Dennoch, und das ist und bleibt das Fazit: es kam von außen her Rollenspiel zu euch und ihr habt es, wenn ich deinen Post richtig deute, vor die Tür gesetzt. Dass damit bei denen nicht nur Freude aufkommt, ist klar.

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  2. Also Barth was da im GaD gelaufen ist weiß ich nicht und erst recht nicht ob es sich auf die Ereignisse in Kasra bezogen hat, da ich nicht in dieser Gruppe bin. Der Vergleich zwischen dem Überfall auf Aventicum und den Überfall der talunas aufs Kasra ist ein wenig wie Äpfel mit Birnen vergleichen. In den Grundzügen gebe ich dir ein wenig Recht, empfehle aber abzuwarten was wirklich hinter der Aventicumsache steckt.

    Wenn wir über Entfernungen reden dann wäre zu bedenken das, laut zumindetst der mir vorliegenden Gor-Karte, weit und breit kein Waldgebiet vorhanden ist wo Talunas herkommen könnten. Das ist also auch eine durch den gegebenen Aufbau von Südland vorgegebene Gefahr. Da Kasra aber Teil des Südlandes ist muss man eben mit dieser Gefahr trotzdem leben.

    Das die Idee abseits jeder 08/15 Masche war habe ich ja anerkannt und kann dir da wirklich nicht widersprechen, trotzem würde so ein Tribe in meinen Augen nie ein Stadt überfallen, wie gesagt wir reden von einen dutzend Weibern, selbst mit List sollte es da schwer sein eine komplette Stadt zu plündern und vor allem noch Gefangene zu machen, wo sie sich doch selbst kaum versorgen können.

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  3. Worum es mir aber geht ist ganz einfach: es haben sich einige Mitspieler wirklich mal mit den Regeln von Kasra im Vorfeld genügend lange ausgesetzt, um eine Möglichkeit zu finden, die Stadtwachen erst einmal regelgerecht zu umgehen.

    Nun ist ja Kasra mir als eine Sim bekannt, die nicht in erster Linie darauf aus ist, nun den extrem buchnahen Stiefel wie beispielsweise in Lydius zu predigen, sondern in erster Linie gepflegtes RP zu betreiben. Da mag erstmal kommen wer will und wie er mag, er wird erst einmal angesehen und nicht schon direkt abgebürstet. Kompromisse sind dabei immer nötig, sonst wäre die Herberge in der Form auch nicht machbar samt Tanzkreis und weiteres.

    Sicher würde es auf Gor kaum Sinn machen, wenn da so ein Pantherstämmchen eine Stadt so angreift. In SL-Gor aber ist es eben so, dass es meiner bescheidenen Meinung nach nicht geschadet hätte, ihr hättet euch auf das Spiel eingelassen, um so den Einfallsreichtum der Gruppe zu honorieren. Was hättet ihr denn dadurch verloren?

    Gut, man entschied sich offensichtlich dagegen und es ist gelaufen, es ist aber eben auch schade so.

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  4. Barth das sich da jemand Gedanken gemacht hat, richtig kreativ war, das will ich nicht und hab ich auch nicht abgestritten und ich gehe davon aus das die meister der Kasraer, die an jenen Abend anwesend waren, das auch anerkannt haben. Das Vorgehen der Panther, vor allem wie sie die Waffen in die Stadt geschafft haben könnte durchaus als leuchtendes Beispiel dafür dienen wie man die Regeln von Kasra aushebeln kann.

    Nur was die meisten gestört hat, war eben das es gleich wieder die "Weltherrschafft" sein musste. Wenn es darum gegangen wäre jemanden aus den Kennel zu befreien, das Kontor zu plündern also eben um ein kleineres Kommandounternehmen durchzuführen, dann hätte wahrscheinlich keiner was gesagt aber nein es musste gleich wieder die gesamte Stadt sein.

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  5. Gut, bis zu "Nur was dir meisten gestört hat" sind wir konform.

    Ich bin der Meinung, es wäre da wahrlich mal kein Zacken aus der Krone gebrochen, wenn die residente Spielerschaft es mal mitgemacht hätte und fertig. So eben lief es anders, die Pantherchens waren sauer und ich kann es in dem Fall sogar sehr gut verstehen.

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  6. Hauptmann Luc sagt dazu:

    Die residente Spielerschaft hat es bis zu dem Zeitpunkt mitgemacht, an dem es gaga wurde - und an dem Punkt habe ich dann dazwischen gefunkt, und wir haben die Bremse gezogen. Der Punkt war erst in dem Moment, als Taluna in Röcken und mit Bögen auf den Mauern rumtobten und die Stadt erobern wollten. Zuvor hatten sie noch jemanden auf dem Markplatz umgeschossen oder erstochen - auch das hätte man ja noch laufen lassen können, und ich habe es erst auch noch laufen lassen, bevor ich dazwischen funkte, als es too much wurde.

    Danach haben wir mit den Talunas, zumindest einer, OOC gesprochen - ich habe deren Rädelsführerin erklärt, dass sie es überzogen hätten mit den Mauern und Türmen besetzen und wenn eine Hungersnot herrsche, sie doch erst einfach mal was zu essen klauen sollen, statt gleich die ganze Stadt einzunehmen. Das ist dann nämlich unlogisch - mal völlig abgesehen von Taluna in Städten und schwer bewachten Mauern und bla, aber da kann man ja ein Auge zukneifen, und das machen wir ja auch...

    Zudem habe ich dargelegt, dass bis zu dem Zeitpunkt der *Invasion* nun doch alles okay für uns war - ich hatte die Taluna die ganze Zeit im Blick, bevor ich dann Aphris angemorst und Adminmäßig um Einschreiten gebeten habe.

    Ich habe denen auch erklärt, dass man nicht zwingend Bögen reinschmuggeln muss (was aber okay umgesetzt war von der Truppe), sondern ein Messer unterm Rock es ja auch mal tut, wenn man wen entführen will, und dass es ja nicht immer gleich die ganz große Nummer sein muss. Das ist alles so auch angekommen. Es verlief nach meinem Geschmack alles sehr zivil und okay ab.

    Für Kasra kann ich sagen: Wir haben beschlossen, es immer bis zu dem Zeitpunkt mitzumachen, an dem es unsinnig wird. Dann nämlich werden wir sauer, und das versuchen wir, zu verhindern.

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