Mittwoch, 30. März 2016

den Stress überstanden und das Erbe geregelt

Eigentlich hatte ich den Streit mit dem Tischler schon wieder vergessen und eigentlich dachte ich auch das Kin schon an der Taverne auf seinen versprochenen und vor allem kostenlosen Paga warten würde. Doch auch da lag ich falsch. Da hier an der Taverne gähnende Leere herrschte ging ich zum Gasthaus hinüber, vielleicht war da mehr los. War dann auch schlagartig als ich dort ankam. Dort stand nämlich der Tischler mit der Ärztin und berichtete ihr haarklein über vermeintliche Beleidigungen die ich ihm angetan habe. Als ich dann auftauchte, reichte es aus das er ein zweites Mal explodierte und wieder mit wüsten Drohungen mir gegenüber begann.


Dabei waren so absurde Behauptungen, wie ich hätte gesagt dass ich von hoher Kaste wäre und ähnliche Dinge. Dies alles brachte mich dazu, ebenfalls einzusteigen und es ihm mit ähnlich gelagerten Worten heimzuzahlen. So ergab ein Wort das andere und es blieb nicht aus das unser lautstarker Disput weitere Sensationsgierige anzog und sich so der Platz vor der Herberge füllte. Irgendwann hatte der Tischler genug und brach die „Unterhaltung“ ab. Eigentlich wollte ich mich zu meiner, unter der Burka brummelnden Gefährtin gesellen, doch wurde ich recht schnell abgelenkt weil mittlerweile auch der Hauptmann eingetroffen war.


Dabei kam wieder das Thema mit der Klage des Sattlers auf, der seine angeblich nicht verkaufbaren Waren, die Jarcath bei ihm bestellt hatte, ersetzt haben wollte. Ich ließ den Paga, Paga sein und machte mich auf den Weg zum Sattler, hatte ich da doch noch eine Idee, wie ich die Geschichte aus der Welt schaffen könnte. Mittlerweile hatte ich ja erfahren das Jarcath noch leben soll und so machte es durchaus Sinn, dem Sattler die bestellten Dinge, mit einem gewissen Abschlag, abzukaufen und mir das Geld später von Jarcath zu holen. Nichts anderes ist ja schließlich auch mein Job.

Doch ich konnte den Sattler nicht davon überzeugen, mir schien es als würde er Angst haben, dass ich ihn übers Ohr hauen will. Lieber wollte er dann doch meine Gefährtin verklagen, was ich persönlich als nicht besonders aussichtsreich ansah. Auch deswegen, ging ich dann und sah gelassen der Klage entgegen. Als ich zum Gasthaus zurückkam, war dort mittlerweile auch der ganze Rat versammelt und da ich die Klage mit Geld nicht aus der Welt schaffen konnte kochte das Thema nochmal hoch.


Tatsächlich schien es darauf hinaus zulaufen, einen externen Richter zu engagieren, der dann in dieser Angelegenheit Recht sprechen sollte. Mein vehementer Einspruch, schließlich hatten wir noch nie externe Richter zugelassen, warum sollte man jetzt also eine Ausnahme machen, brachte anfangs nicht viel. Doch schlussendlich siegte doch die Vernunft und der Rat sprach, schließlich hatten wir keinen Richter am Heimstein, selber Recht. In unserer mehr oder weniger öffentlichen Sitzung, stimmten wir per Mehrheitsbeschluss dafür, die Klage abzuweisen und Kin wurde damit beauftragt, dem Sattler die Nachricht zu überbringen.

Zwischenzeitlich hatte ich von Luna auch einen Paga serviert bekommen, den kalt es noch auszutrinken, dann verabschiedete ich mich von meiner Gefährtin, mit dem Hinweis, dass ich kommenden Tag nun endlich mein Testament aufsetzen werde, die wüsten Drohungen des Tischlers, waren dafür Grund genug, Zumal mir signalisiert wurde, dass dies ein Streit zwischen zwei Freien sei und der man nicht gewillt war, mich vor einem heimsteinfremden Brutalo zu schützen.

In der darauffolgenden Nacht schlief ich unruhig, verfolgt von Träumen die alle nicht gut ausgingen. Das bestärkte mich noch in meinem Vorhaben, das Testament heute neu aufzusetzen. Als ich meine Tagesgeschäfte erledigt hatte, kramte ich dann aus meiner Truhe, das bisherige Testament, eine frische Schriftrolle, sowie ein Tintenfass und eine Schreibfeder heraus. Als ich wieder in den Wohnraum ging und dabei laut vor mich hin schimpfte weil meine Gefährtin es immer noch nicht geschafft hatte, mir den versprochenen Schreibtisch hinzustellen, hakte ich bei Luna ein und rannte sie fast um.


Nachdem ich mich von ihr gelöst hatte, setzte ich mich an den Tisch, zog ihn etwas näher und wollte schreiben aber so richtig fand ich keine passende Position dafür, war ja auch kein Schreibtisch. Das Pech von Luna war, das sie mir einen Paga brachte und da sie nun einmal da war, durfte sie auch auf alle viere gehen um für mich einen Schreibtisch zu simulieren. Luna ging also aus der knienden Position auf Hände und Füße und krabbelte über meinem Schoss, so dass ich das Pergament auf ihrem Rücken ablegen und schreiben konnte.

Dies war zwar immer noch ziemlich mühsam aber schon deutlich besser als auf der viel zu niedrigen Tischplatte und so kam ich ein Stück weit voran. Das ich beim Schreiben immer mal wieder mit meinem Knie an Lunas Brüsten rieb, schien sie nicht weiter zu stören, eher zu genießen. Zwischendurch beugte ich mich immer mal wieder über die Sklavin um die Feder ins Tintenfass zu tunken und klemmt sie dabei zwischen meinen Schenkeln und meinem Oberkörper ein. Als Belohnung weil sie so gut still hielt und versuchte mir einen möglichst geraden Rücken zu bieten, gab es dann und wann auch mal einen Schlag auf den Hintern oder ein etwas festeres zupacken, wenn ich mich nach dem Feder eintunken wieder aufrichtete.

Vorsichtshalber fragte ich zwischendurch nochmal nach ob Luna lesen kann, was sie verneinte. Hatte ich es doch richtig in Erinnerung, konnte sie doch so wenigstens niemanden verraten was ich hier schriftlich niederlegte. Sie wirkte zwar beleidigt, als ich meine Zufriedenheit über ihren Analphabetismus ausdrückte aber auch eine Sklavin ist käuflich oder man prügelt die Informationen aus ihr heraus. Als ich ihr das erklärte, verplapperte ich mich aber doch und verärgert über meine Dummheit, schlug ich mir mit meiner Schreibhand gegen die Stirn, was dazu führte das sich die restliche Tinte von der Schreibfeder auf den Weg in mein Gesicht machte.

Noch mehr verärgert, verschmierte ich dann diese auch noch großzügig in meinem Gesicht. Ich war aber sowieso mit schreiben fertig, so das Luna nun die Kerze näher holen durfte, währenddessen ich in den Tiefen meiner Tunika nach dem Siegelwachs suchte. Nachdem ich mein Testament unterschrieben und gesiegelt hatte, vernichtete ich das bisherige und Luna durfte aufräumen, für mich war der Tag gelaufen und so verschwand ich in die Felle.

GR

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen