Samstag, 26. März 2016

Nur ein Branding

Mit einem leichten Brummen im Schädel stand ich auf, einer der Paga gestern war wohl schlecht gewesen. Trotzdem raffte ich mich auf, stand doch heute der Termin beim Schmied an. Nachdem ich mich in senkrechter Position halbwegs konsolidiert hatte, ging ich nach unten zu dem Kennel, in dem sich Tagita befand. Noch lächelte sie, als sie auf die Knie ging, doch dies sollte sich ziemlich schnell ändern. Ich eröffnete ihr also dass für den heutigen Tag ihr Branding ansteht und dass ich sie deshalb jetzt zum Schmied bringen will. Keine Ahnung was in sie gefahren war aber ab diesem Moment, bäumte sich die immer noch vorhandene Freie in ihr auf.

"Ich bin keine Sklavin, sondern Tochter einer angesehenen Händlerdynastie aus Ar und überhaupt wirst du nie soviel Ruhm, Ansehen, Macht und Geld ansammeln wie es meine Familie geschafft hat!". Zusätzlich spickte sie diese Worte noch mit ein paar versteckten Beleidigungen, so das meine Hand hart in Ihrem Gesicht landete. "Mag sein das deine Familie in Ar, mehr Geld hat als ich, mag sein das sie über mehr Macht und Ansehen verfügt, nur DU gehörst nicht mehr dazu!" sagte ich ihr noch, dann wurde ich zu ihrem Glück von Luna abgelenkt. "Ich werde nie eine Sklavin werden!" Schleuderte mir Tagita noch entgegen, als ich mir Luna zu wandte.

Diese berichtete mir das ein Händler nach mir gefragt hätte. Nach einigem hin und her und nach dem klar war, das es Gunnar aus Belnend war, schickte ich Luna zurück um Gunnar zu bitten auf mich zu warten, damit ich erst noch den Termin beim Schmied wahrnehmen konnte. Außerdem sollte Luna auch noch Sassy auftreiben. denn auch die musste zum Schmied, auch wenn es bei ihr weniger um ein Branding ging. Als Luna wieder unterwegs war, drehte ich mich um nahm mir eine Kette von der Wand und weil ich kein kein Risiko eingehen wollte, das sie flüchtet, hakte ich die Kette, begleitet von den Worten "Stimmt, denn du bist schon eine Sklavin!", an ihrem Collar ein. Auch wenn das bei ihr nun weitere Tränen auslöste, es war mir egal und sicher ist sicher.

In der Unterstadt angekommen, hatte sich bei der Brauerei schon eine größere Menschenansammlung gebildet, aus der ich auch den Schmied herausfischte. Da er noch kurz einen Handel mit Gunnar abschließen musste, ging ich schon mal vor  und nahm Tagita die Kette vom Collar, würde sie ja gleich auf dem Brandinggestell fixiert werden. Ich schaute mich in der Schmiede um, konnte die Brandingeisen jedoch nicht auf den ersten Blick entdecken. Eigentlich wollte ich schauen ob ich ein Kef finde was mir besonders zusagte, musste nun aber doch auf den Schmied warten und als dieser dann da war, stellte isch heraus dass die Auswahl doch nicht so groß war.

Deshalb entschied ich mich für das Standardkef und übergab das verheulte Bündel dem Schmied, welches nun zusätzlich noch in eine Schockstarre verfallen war und kaum noch einen Ton rausbrachte, geschweige denn sich großartig bewegte. Auch ein Schwall Wasser aus dem Eimer, den des Schmiedes Sklavin über ihren Kopf ausleerte, brachte sie nicht zur Besinnung. Damit es überhaupt vorwärts ging, zog ich ihr die Tunika vom Leib und schob sie zum Schmied, der sie schlussendlich auf dem Gestell fixierte. Ich machte ein paar Schritte in Richtung des Brandinggestelles, schließlich wollte ich mir das Schauspiel aus der Nähe anschauen.


Noch war der Schmied zwar mit dem knacken des Schlosses beschäftigt aber das Brenneisen lag schon im Feuer. Nachdem er mir den Schlüssel für das neue Schloss in die Hand gedrückt hatte, griff seinerseits nach dem Brenneisen, welches er auf die von mir vorher bezeichnete Stelle aufdrückte. Tagita schrie und für kurze Zeit stank es nach verbrannten Fleisch, dann war es auch schon vorbei. Na gut, für die Schaulustigen, Tagita hatte noch länger was davon, der Schmerz würde so schnell nicht nachlassen und auch die Wunde musste nun erstmal verheilen.

Als man die Sklavin losband, konnte sie sich kaum auf den Beinen halten und schlug der Länge nach hin. Ich ließ ihr die Zeit sich zu berappeln und bezahlte in der Zwischenzeit den Schmied, der sich im Anschluss an Sassy zu schaffen machte, die wieder in den Besitz meiner Gefährtin übergegangen war und unter anderem ein neues Collar benötigte. Ich hatte ja fast nicht mehr daran geglaubt aber Tagita hatte sich wieder auf die Beine gezogen und stand nun an der Mauer der Schmiede, was mich veranlasste zu ihr zu gehen und sie mir sie kurz anzusehen, um ihr dann mitzuteilen, dass ich jetzt in die Herberge gehen werde, wo Gunnar auf mich wartete und sie mir folgen soll, wie lange es auch immer dauern wird.


Mit diesen Worten machte ich mich auf den Weg zum Gasthaus, wo mich Gunnar mir einer Schneiderin aus Belnend bekanntmachte. Sie war auf der Suche nach einer Bezugsmöglichkeit für Stoffe und anderes Schneiderzubehör. Leider konnte ich ihr da nicht weiterhelfen, da ich mich ja auf mein Kerngeschäft, den Schuldenhandel, zurück gezogen hatte. Zu ihrem Glück erinnerte mich Luna daran, das wir noch ein paar Restbestände an Stoffballen im Kontor hatten. Diese wollte sich die Schneiderin ansehen und, so sie ihr zusagen, auch mir abkaufen. Weswegen ich ihr Luna mitgab, damit sie die Stoffe besichtigen konnte.

Nun hatte es auch Tagita bis auf die Terrasse geschafft, so das ich sie zu mir zog um mir den Brand etwas genauer zu betrachten. Der Schmied schien, soweit man das jetzt schon beurteilen konnte, saubere Arbeit geleistet zu haben. Ich war zufrieden und wollte mir darauf einen Paga gönnen den mir Tagita holen sollte, wie lange dies auch immer dauern würde. Da ja die Schneiderin aus meinem Kontor zurück war, hatte ich ja erstmal genug Ablenkung. Die Verhandlungen über den Preis waren hart, denn die Schneiderin war hier im Vorteil, sie wusste ja, das ich die Ballen loswerden musste, wenn ich sie nicht irgendwann wegschmeißen wollte, weswegen sie den Einstiegspreis verdammt niedrig ansetzte.


Schlussendlich, nach zähen Verhandlungen, konnten wir uns aber doch einigen und es sprang sogar noch ein Tunika bei raus. Für mich und nicht wie einige Sklaven dachten für sie! Ich ließ sie in den Glauben, schlug bei der Schneiderin ein und versprach in Bälde in Belnend vorbei zukommen damit sie Maß nehmen kann. Da sie sofort zahlte und die Stoffe mitnahm, lief sie auch nicht in Gefahr wie Tagita zu enden. Meiner neuen Tunika stand also nichts im Wege, außer vielleicht meine Zeit. Tagita brachte mir dann den Paga und versuchte mich zu überreden, dass ich ihr etwas Heilsalbe für das Branding gebe.

Die Begründung war, wenn das Branding nicht sauber abheilt, würde dies ihren Wert schmälern. So viel zum Thema, sie wird nie eine Sklavin sein! Ich hielt das mit der Salbe zwar nicht für notwendig aber ich erlaubte ihr, die Ärztin, die mit am Tisch saß, darum zu bitten. Nach einigen Zögern der Ärztin, schließlich waren wir letztens wegen ihrer Behandlungsmethoden aneinander geraten, und meiner expliziten Beteuerung das ich es Tagita tatsächlich erlaubt habe, sie um etwas Heilsalbe zu bitten, gab sie ihr welche. Dann schickte ich Tagita nach oben in den Kennel, mit ihr war heute wirklich nicht mehr viel anzufangen.

GR

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