Samstag, 2. April 2016

Nach der Reise, ist vor der Reise

Zumindest könnte man momentan diesen Eindruck gewinnen, denn kaum waren wir zurück, eröffnete mir meine Gefährtin, dass die nächste Reise anstand.  Diesmal sollte es in den südlichsten Süden gehen, jedenfalls drückte Shani sich so aus. Was sie damit meinte war, dass sie irgendeine kleine Oase aufsuchen wollte, deren Namen ich schon wieder vergessen habe. Da der Weg über Belnend führte, willigte ich ein sie zu begleiten. Immerhin hatte ich da auch noch ein Verr ins Trockene zu bringen.

Die Abreise zögerte sich dann wie fast immer ins Unendliche hinaus, weil Shani nicht mit ihren Roben klar kam, erst als ich Luna ihr zu Hilfe schickte, beschleunigte sich dieser Vorgang geringfügig. Als wir am Hafen ankamen bewunderte ich die Ruhe und Gelassenheit des Kriegers der uns begleiten sollte, immerhin hatten wir uns um mehrere Ahn verspätet. Vielleicht war es aber auch nur die Aussicht auf den Zusatzverdienst der ihn so ruhig bleiben ließ.

Die Abreise selber gestaltete sich dann überraschend schnell, wohl auch deshalb weil uns diesmal keiner aufhalten wollte. Ich traf zwar noch Kin am Hafen aber da ich die Stadt verlassen wollte, war der Ausgang der gegen den Tischler gerichteten Aktion vorläufig unrelevant und so fragte ich nicht nach, würde ich doch das Ergebnis noch früh genug erfahren. Jedenfalls dauerte es dann eine Zeit lang bis wir in Belnend angekommen waren und nach dem wir auf dem Weg zur Stadt, im Wald vorübergehend noch zwei Sklavinnen verloren hatten, waren wir schließlich auch hinter schützenden Mauern. Wobei das ja in Belnend auch nicht immer so sicher ist.

Aber wir nahmen mal an dass wir in Sicherheit sind. Weswegen ich Shani in Richtung der Herberge schickte, um Unterkünfte für uns klar zu machen, während ich mich auf die Suche nach der Schneiderin machte.  Von der Herberge beginnend fragte ich mich durch. Nach mehreren vergeblichen Versuchen, traf ich auf Bo, der mir den richtigen Weg weisen konnte. Da sich dabei auch herausstellte, dass ich komplett in die falsche Richtung unterwegs gewesen war, machte ich kehrt und schlug die Richtung ein, die mir Bo gewiesen hatte.

Nach einigen weiteren Irrungen stand ich nun endlich vor dem Haus der Schneiderin. Doch alles Klopfen, Rufen, gegen die Tür schlagen und letztlich lautes Schreien nach der Schneiderin, brachte nichts. Weder die Schneiderin selber, noch jemand der mir Auskunft geben konnte, tauchte auf und so trat ich unverrichteter Dinge den Rückweg zur Herberge an. Shani hatte mittlerweile ein Zimmer für uns gebucht. Letztlich aber auch nur weil ein uns bekannter Krieger, zu unseren Gunsten, auf sein Zimmer verzichtete. Da dies nun geklärt war und die Schneiderin für heute nicht erreichbar schien, nahmen wir auf der rückwärtigen Terrasse des Gasthauses Platz und ließen dort den Abend ausklingen.


Nebenbei nutzten wir aber auch die Gelegenheit uns umzuhören, denn zu laut waren die Gerüchte darüber, dass mal wieder ein nordischer Feldzug anstand. Auch schien man diese Gerüchte dieses Mal ernst zu nehmen, denn Belnend hatte schon mit konkreten Kriegsvorbereitungen begonnen. Wenn ich davon hörte, wann man mit dem Eintreffen der feindlichen Horden rechnete, wurde mir schlecht. Ich hoffte nur das ich bis dahin alle meine Geschäfte in Belnend erledigt und die Stadt in Richtung dieser kleinen Oase verlassen habe. Auch deshalb zog ich es vor mich von Luna verwöhnen zu lassen. Sollten die anderen sich noch mit den Kriegsvorbereitungen beschäftigen, Shani sogar eine Sklavin an die Ärztin als Helferin ausleihen, mir war es lieber dass die Sklavin mich auf andere Gedanken brachte.


GR

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