Freitag, 20. Mai 2011

Unerwartete Rückkehr nach Kasra....... (un malheur ne vient jamais seul....)

Ich lag immer noch an der Feuerstelle als ich erwachte und mühsam meine Glieder sortierte. Die Strapazen steckten mir noch ordentlich in den Knochen und ich muss länger geschlafen haben als mir lieb war. Denn der Sattler und seine Gefährtin schienen schon unterwegs. So ging ich den kleinen Hügel etwas hinauf um Ausschau zu halten, ob ich sie sehen würde, doch nirgends eine Spur. Da hieß es nur warten und den Ausblick genießen. Zwischenzeitlich kam zu der Ruine eine freie Frau, die sich als Fellverkäuferin entpuppte und erstaunlicherweise sehr freundlich zu mir war. Sie erzählte mir ein wenig von sich und bot mir immer wieder an, sollte ich einmal baden müssen, könnte ich es bei ihr tun. Ja die Tage in der Ruine hatten sich bemerkbar gemacht was die Schmutzansammlungen an meinem Körper anging. Ich durfte mir sogar unweit von der Ruine ihr Hausboot anschauen. Hach ich beneidete sie, denn auf einem Hausboot zu leben, wäre mein größter Traum.

Doch ich wollte nicht zu lang weg sein, so machte ich mich wieder auf zu der Ruine. Noch immer war niemand da und da der Sattler sowieso sagte, ich solle mich nützlich machen, schnappte ich mir eine Art Angelschnur und machte mich auf zum Wasser. Sollte ich wirklich mit Fisch wieder kommen, wären sie sicherlich überrascht. Aus der Ferne sah ich eine Menschenansammlung, die ich neugierig aber im großen Bogen beobachtete. Vermutlich auch deshalb bemerkte ich etwas zu spät, dass von der anderen Seite ein Nordmann und eine Sklavin auftauchten. Als ich ihre Stimmen hörte, sprang ich nur noch hinter einen Pfahl, doch schien er mich noch gesehen zu haben. Hastig rannte ich um diese Pfähle herum, doch irgendwann kam ich nicht mehr weiter. Der Nordmann und die Sklavin standen somit direkt vor mir. So ein Boskmist aber auch, trotz Erklärungen und wildem Gezeter meinerseits kam die Sklavin tatsächlich auf Anweisung mir mit einem Seil entgegen. Das wollte ich nicht zu lassen, auch wenn er mich die ganze Zeit schon am Arm gepackt hatte, so wehrte ich mich schreiend und tretend gegen die anfangs noch erfolglosen Fesselversuche. Doch irgendwann reichte es dem Nordmann und er drückte mich zu Boden ….

Gefesselt und geknebelt dauerte die Überfahrt gefühlt dreimal so lang und völlig erledigt brachte mich der Nordmann in sein Dorf. Es war gar nicht einmal ein hässliches Dorf, doch wäre ich lieber zu Besuch gewesen, anstatt in seiner Gewalt. Schließlich war der Norden einmal meine Heimat. Als ob es nicht ohnehin schlimm genug war, überschüttete er mich Wasser und gab mir neue Kleidung. Immerhin roch ich somit wieder anständig und auch das Jucken der dreckigen Tunika hörte auf. Ich hatte mich zwischenzeitlich beruhigt, welche andere Möglichkeit hatte ich auch, so fern ab von allen die mich kannten. Vielleicht durch meine ruhige Art schaffte ich es das Vertrauen des Nordmanns zu erlangen und so nahm er mich tatsächlich auf eine Reise mit. Das war meine Chance ihm zu entkommen, doch musste ich vorsichtig sein, die Flucht musste klappen andernfalls war ich verloren. Da hatte ich die Rechnung ohne ihn gemacht, denn er belud mich wie eine Kaiila und so schleppte ich ein mittleres Metfass vor ihm her.

Doch dann geschah etwas was ich gar nicht fassen konnte. Wir waren gerade an einem Flussübergang angekommen, als ich doch tatsächlich einen Herrn und seine Kajira aus Kasra erblickte. Vor Schreck aber auch Freude ließ ich prompt das Fass fallen, was immerhin nicht zerschellte. Unfähig etwas zu sagen und unter der harschen Anweisung der Nordleute ich sollte meinen Hintern endlich aufs Floß bewegen, kicherte der Herr aus Kasra nur. Er wunderte sich weder was ich dort tat, noch schien er sonderlich überrascht, aber ich konnte ihn immerhin erheitern. Auch seine Kajira zwinkerte mir nur zu und versprach meinem Herrn nichts davon zu sagen. Es zog mir den Boden unter den Füßen weg. Ich muss wie versteinert da gestanden haben, als ich noch dem Herrn aus Kasra nachschaute, denn der Nordmann kam schnaufend an und schob mich auf das Floß. Eine Nordfrau die uns begleitete, fragte mich was mit mir los war, als ich ihr erklärte wer das zuvor war. Ich glaub in dem Moment wusste sie selber nicht ob sie lachen oder erstaunt sein sollte. Langsam verließen wir wieder das Floß und ich schaute über den Fluss ob ich den Herrn aus Kasra noch entdeckte, doch nichts…er war wie vom Erdboden verschluckt….die Nordleute gingen schnellen Schrittes vor mir, als ich mir Mut fasste und mit dem Metfass in der Hand wieder zum Floß rannte. Ich flehte den Fährmann an mich hinüberzubringen, er bekäme dafür auch den Met und er willigte ein.

Natürlich war am anderen Ufer niemand mehr und ich hörte noch die Schreie der Nordleute von der anderen Flußseite, also hatte ich nur noch eine Chance und rannte in den Wald. Ich kann nicht sagen wie lang ich lief, doch der Schreck und die Wut ließen mich immerhin die Schmerzen der Füße ertragen. Irgendwann kam ich an einen Hafen und dieser Geruch kam mir bekannt vor, sollte ich tatsächlich wieder in Lydius sein? Ich rannte weiter und sah mich immer wieder dabei um, so übersah ich eine Herrin die ich fast umrannte. Natürlich schimpfte und wetterte sie drauf los, doch diese Stimme kannte ich nur zu gut. Odin oder vielleicht doch in diesem Fall die Priesterkönige schienen Erbarmen mit mir gehabt zu haben und ließen mich ausgerechnet mit der Händlerin Kasras zusammenstoßen. Aufgeregt erzählte ich ihr alles und sie hörte mir zum Glück zu und ging nicht einfach weiter. Sie grübelte ein wenig, was sie tun sollte doch war sie sowieso auf dem Rückweg nach Kasras, wenn nun auch etwas schneller als gedacht.

Noch nie war ich so glücklich Kasra zu sehen, als mich die Herrin schon vom Schiff schnurstracks zu den Wachen zog. Doch benahm sie sich seltsam auf einmal und verstellte ihr Stimme als sie mit den Wachen sprach, die etwas überfordert schienen. Denn zwischen ihren und meinen Erklärungen des ganzen Geschehens, mischte sich auch die Kajira mit ein, die ich an der Fähre traf mit ihrem Herrn und dir mir nicht halfen. Zum Glück glaubte der Hauptmann wohl spontan mir mehr als der anderen Sklavin, die doch wirklich behauptete ich sei fröhlich hinter den Nordleuten her marschiert und dergleichen. Doch irgendwann wollte die Herrin die ihre Stimme immer noch verstellte mit mir wieder aufs Schiff, was weder ich noch der Hauptmann verstand. Natürlich ging ich nicht aufs Schiff doch zerrte sie mich verwundert hinter sich her. Eine Wache und erst recht kein Hauptmann lässt sich so etwas gefallen und rannte natürlich hinterher. Kurz um wurde die Herrin in Gewahrsam genommen und ich an die Leine. So ging es zurück in das Wachlokal und es entbrannte ein Verhörspiel sonders gleichen. Die Herrin die sich immer noch weigerte ihren Namen zu nennen, steckte zusehends tiefer in der Klemme, denn bei Bußgeldkatalogen und Vergehen solcher Art verstand der Hauptmann keinen Spaß. Erst recht nicht als sie sich endlich zu erkennen gab, so laut hatte ich diesen Hauptmann noch nie erlebt und auch der Regent der stumm neben mir stand konnte es kaum fassen. Aber dann ging es auch erst so richtig los….das war zu viel für mich…trotz vergeblichen Klopfens gegen das Knie des Hauptmannes um mich gehorsam abzumelden, ging ich irgendwann einfach so los….in meine mir bekannten Felle…..

Kommentare:

  1. Hattest du aber Aktion...kannst froh sein das die gute so heimsteintreu ist :-) Juni kam übrigens mit einem blauen Auge davon ^^

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  2. Ja mehr Action als geplant und gewünscht...aber machen wir wie immer das Beste draus :)

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  3. Das wird noch kommendes Wochenende spannend, irgendwie muss da ja noch aufgelöst werden. Ich möchte jetzt nicht in der Haut des Schuldeneintreibers sitzen und erst Recht nicht in der des lydianischen Aufpassers.

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  4. Das Bad hattest du in der Tat nötig... grad wenn man bedenkt dass in kürze ein Fest in Asperiche ist.
    So ein kleiner schmuddeliger Dreckspatz riecht ja nicht grad angenehm und würde nur die Gäste vertreiben ^^ Dass du so schnell wieder verschwindest war ja nicht vorhersehbar.

    Lil

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  5. mpfh habe ich schon erwähnt, das mein iphone mich ständig vertippen lässt! wobei, juni wäre auch ein echt schöner name *g*

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